Ankunft in Wellington
Ich war tierisch aufgeregt, als ich am 7. Dezember 2005 in Frankfurt ins Flugzeug ein- und am 9. Dezember in Auckland, Neuseeland, aus dem Flugzeug wieder ausstieg.
Noch gute drei Stunden und ich würde meiner Gastfamilie zum ersten Mal gegenüberstehen! Egal, was kommen würde: zurück konnte ich jetzt nicht mehr! In Auckland mussten meine Gruppe und ich erst einmal alle möglichen Sicherheitskontrollen über uns ergehen lassen. Obwohl wir nur wenig Zeit hatten bis unser letzter Flug nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, gehen würde, nahm sich das Personal am Flughafen alle Zeit der Welt, um unser Handgepäck genaustens zu inspizieren und nebenher gemütlich mit uns zu plaudern.
Während wir nervös die Uhr im Blick behielten und uns schon Gedanken machten, ob der Flieger wohl auf uns warten würde, packten die Männer in Ruhe unser Gepäck aus, vom Tagebuch bis zur Unterwäsche, und versicherten sich so, dass wir auch keine illegalen Substanzen (wie zum Beispiel Äpfel) ins Land schmuggelten. Diese Sicherheitsnahme war angesichts der Angst der Neuseeländer vor einer Fruchtfliegenepidemie zwar irgendwie nachvollziehbar, aber unseren Flug wollten wir deshalb trotzdem nicht verpassen.
Überraschenderweise erreichten wir trotz der ausgiebigen Inspektion noch rechtzeitig
unsere kleine Maschine von New Zealand Air, die uns nach Wellington bringen sollte,
und machten hier schon die nächsten denkwürdigen Erfahrungen mit den Neuseeländern.
Denn als der Steward fragte, ob ich meinen Tee „with muh?“ haben wollte, verstand ich nur Bahnhof. Ich nickte einfach mal, weil ich das Genuschel nicht verstanden hatte, aber annahm, dass er Zucker meinte… Später fand ich dann heraus, dass die Kiwis, wie sich die Neuseeländer gern selbst nennen, für ihr Leben gern Wörter abkürzen oder abändern und weil die Kuh „Muh“ macht und Milch von der Kuh kommt, heißt Milch in NZ Muh. Also hatte ich Milch im Tee. Ist doch ganz einfach!
Ziemlich übermüdet tappten wir die Treppe zur Ankunftshalle hinunter und
wurden gleich sehr herzlich von unseren Gastfamilien in Empfang genommen. Meine
Gastfamilie starrte leicht verwirrt auf meine Hand, als ich diese zur Begrüßung
ausstreckte. Das Händeschütteln zur höflichen Begrüßung ist in Neuseeland nicht sehr verbreitet – ein verhaltenstechnisches Detail, das ich vor Aufregung vergessen hatte.

Neuseeland Erfahrungsbericht
Schule Neuseeland - Qualitätsabsicherung & Fächerwahl