Leben in Neuseeland
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Wir fuhren aus Wellington hinaus Richtung Lower Hutt, dem Ort, wo wir
wohnten. Gillian, meine neuseeländische Mum kündigte mir gleich an, dass es wohl einen Riesen-Stau geben wird, weil es schließlich Freitagnachmittag war und alle
Pendler und Arbeiter nach Hause wollten, raus aus Wellington.
Ich rollte mit den Augen und sah vor meinem geistigen Auge schon die Blechlawine rollen und mich selbst vor Hitze zerfließen, denn schließlich war Sommer in Neuseeland, während sich meine Familie zuhause in Deutschland über die ersten Schneeflocken freute.
Stau hätte ich die Situation auf der Straße jedioch nicht genannt, denn in Wahrheit befanden sich drei Autos vor und zwei hinter uns und das bei einer zweispurigen Autobahn. Für die Neuseeländer ein Stau. Für mich weniger Verkehr als an einem Wochentag in einer deutschen Innenstadt außerhalb der Stoßzeit.

Als wir zuhause ankamen, tranken wir erstmal gemütlich Tee –so ziemlich das Nationalgetränk der Kiwis, das haben sie wohl von ihren britischen Vorfahren übernommen-, dann ging Vaughan, mein Gast-Dad und ein waschechter Kiwi,
los um das  Abendessen zu holen: Fish’n’Chips vom Takeaway-Stand. Dazu trinkt man in NZ üblicherweise L&P.
L&P steht für Lemon and Paeroa, ein Limonaden-Mixgetränk, das von Coca Cola in Neuseeland produziert wird, dessen Bestandteile aber weitestgehendgeheim sind. Nur soviel: es schmeckt himmlisch!

Was die Essgewohnheiten betrifft, so haben sich die Kiwis ganz schön vielvon ihren zumeist britischen Vorfahren abgeguckt: Toast, Tee, Beef. Natürlich istdas Essen trotzdem sehr vielfältig, es gibt in jedem Takeaway verschiedene Arten von belegten Sandwichs, außerdem kann man zu dem Toastbrot auch Erdnussbutter oder Marmite bzw. Vegemite essen. Das ist ein echt neuseeländischer Brotaufstrich, der ein bisschen riecht wie Maggi, aber anders schmeckt. Beim Tee gibt es keine allzu großen Variationen, meistens ist es Schwarztee, den man aber grundsätzlich mit Milch trinkt. Chips und Chippies (also Pommes und Chips) kriegt man fastüberall, ebenso Pies, kleine Blatterteigküchlein, die mal pikant (Mince Pie, mitHackfleisch), mal süß (Apple Pie) gefüllt sind und warm gegessen werden. Abends wir dann meist gekocht: Rindersteak oder Würste mit Gemüse, hauptsächlich Kartoffeln,Mais, Erbsen und Karotten.Im Sommer ist eine Lieblingsbeschäftigung der Kiwis das Barbecue, kurz BBQ. Da trifft sich die ganze Nachbarschaft in einem Garten, es wird zusammen gegrillt,gegessen, gelacht. Da die Kiwis sehr offen und freundlich sind, kann es schon malsein, dass die Deutschlehrerin der Tochter oder die Chefin der Mutter eingeladenwird und alle sich nett unterhalten – egal ob man sich kennt oder nicht! Jederbringt irgendwas zum BBQ mit und so entsteht in kurzer Zeit ein Büffet mit leckerenSalaten, Rohkost, Snacks und genialen Nachtischen, zum Beispiel Pavlova, das isteine Art Torte mit leckerer Creme und Baisers, aber auch einfachere Dinge, wie zumBeispiel Erdbeeren in Schokosoße oder Obstsalat, sind vorhanden.

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